Der Kathrin-Preis

Die Freiheit zu träumen

 

Kathrin Lemke

Träume spielen in der persönlichen und professionellen Entwicklung junger Musikerinnen und Musiker eine nicht unerhebliche Rolle. Musikalische Wünsche und Sehnsüchte zu verwirklichen  fördert die Fähigkeit,  die notwendige Reife für ein manchmal entbehrungsreiches Künstlerleben zu erlangen.

 

Kathrin Lemke (1971-2016) beschäftigte sich ihr Leben lang mit der Ausformung ihres persönlichen Sounds und ihrer eigenständigen kompositorischen Handschrift. Ihr war bewusst, dass manchmal kleine Beiträge helfen, ein erträumtes oder bereits angefangenes Projekt Realität werden zu lassen, das dann einen wichtigen Baustein in der Entwicklung als Musikerpersönlichkeit darstellt. Dazu soll nun der „Kathrin‐ Preis“ beitragen: Er soll in Form einer voll finanzierten Arbeits- oder Werkstattphase im Jazzinstitut Darmstadt jungen Musikerinnen und Musikern eine Woche lang den Rücken für künstlerische, pädagogische oder inszenatorische Projekte freihalten. Er kann auch Anstoß sein, künstlerisch Neues zu entwickeln oder bestehende Ideen zu verwirklichen.

 

Der „Kathrin-Preis“
Kathrin Lemke Scholarship for Young Jazz Improvisers

 

Aus dem Nachlass von Kathrin Lemke stiftete Kathrins Mutter, Irene Lemke‐Stein, 25.000 Euro zur Förderung junger Jazzmusiker. Diesen Betrag stellte sie dem Jazzinstitut Darmstadt als zweckgebundene Spende zur Verfügung, um damit den „Kathrin‐ Preis“ – Kathrin Lemke Scholarship for Young Jazz Improvisors – ins Leben zu rufen. Der „Kathrin‐Preis“ soll beginnend mit dem Jahr 2019 alle zwei Jahre von der Familie der Musikerin, dem Jazzinstitut Darmstadt und der Zeitschrift JAZZTHETIK vergeben werden.

 

Stipendium, Werkstattphase, Preisträgerkonzert

 

Die Auszeichnung wird in Form eines Stipendiums gewährt. Dieses besteht in einer einwöchigen Werkstattphase im Jazzinstitut Darmstadt, als deren Abschluss die offizielle Verleihung des Preises und ein Preisträgerkonzert stattfinden. Den Zeitpunkt der Verleihung sowie der Werkstattphase dürfen die Preisträger selbst bestimmen. Er muss allerdings vor der Bekanntgabe der nachfolgenden Preisträger liegen.

Die Werkstattphase selbst kann zum Beispiel zur Durchführung eines vorgeschlagenen Projektes oder als Probenzeit vor einer CD‐Produktion oder Tournee, für die Entwicklung genreübergreifender Programme, die Vorbereitung einer Studienreise ins Ausland, als Kompositionszeit oder ähnliches genutzt werden. Über die inhaltliche Ausgestaltung der Woche bestimmen die Preisträger selbst. Während dieser Woche werden alle Kosten, die unmittelbar mit der Werkstattphase für die Preisträger verbunden sind, wie Fahrten, Unterkunft, Tagegeld, Probenhonorare, Honorare für Gastmusiker, Raum‐ und Instrumentenmieten usw., von den Stiftern des Preises übernommen. Am Ende der Woche geben die Preisträger ein öffentliches Abschluss‐ oder Werkstattkonzert im Gewölbekeller des Jazzinstituts Darmstadt, bei dem auch die feierliche Verleihung des „Kathrin‐Preises“ erfolgt.

Die Preisträger werden jeweils am 27. September, Kathrin Lemkes Geburtstag, bekanntgegeben.

 

Young Jazz Improvisers

 

Empfänger des Stipendiums sollen Musikerinnen und Musiker sein, die am Anfang einer Karriere als professionelle Jazzmusiker stehen, die entweder ihr Studium gerade abgeschlossen oder soeben ihr erstes eigenständiges musikalisches Projekt veröffentlicht und den Vorsatz haben, den Weg eines improvisierenden Musikers einzuschlagen. Eine Altersbeschränkung besteht nicht. Die Anwärter können auch aus dem Ausland kommen.

Die Anwärter auf das Stipendium werden von einem achtköpfigen Kuratorium ausgewählt. Jedes Mitglied der Jury hat die Möglichkeit, einen Musiker oder eine Musikerin zu benennen. Eine Eigenbewerbung ist nicht möglich. Alle nominierten Musiker werden anschließend gebeten, eine Projektidee mit Beschreibung einzureichen sowie einen Plan für die Gestaltung ihres Aufenthalts in Darmstadt zu unterbreiten. Dazu gehört auch ein genauer Terminvorschlag für den Zeitraum der Arbeitsphase. Die Einreichung erfolgt schriftlich. Das Kuratorium entscheidet anschließend auf Grundlage der schriftlichen Exposés und wählt einen der Nominierten als Preisträger aus.