Jury

Foto: Ana Torres

Aida Baghernejad

Aida Baghernejad, geboren und aufgewachsen in Darmstadt, ist freie Kulturjournalistin, Moderatorin und Podcasterin und schreibt und spricht auf Deutsch und Englisch für allerlei regionale, überregionale und internationale Publikationen (u.a. FAS, Musikexpress, SZ, taz, tip berlin) am liebsten über Musik und Essen. Manchmal auch über beides gleichzeitig, meistens aber über das Politische im Sound, auf der Bühne oder dem Teller.

Sie ist Co-Moderatorin im englischsprachigen Podcast 55 Voices of Democracy von Thomas Mann Haus und Los Angeles Review of Books sowie Gründerin und Moderatorin des Podcasts Pasta & Politik, produziert in Zusammenarbeit mit Edition F. 2021 erhielt sie den International Music Journalism Award des Reeperbahn Festivals als beste deutschsprachige Musikjounalist:in, war 2019 und 2020 für den Listen to Berlin Award in der Kategorie Journalismus und 2021 für den Alternativen Medienpreis in der Kategorie Macht nominiert. Meistens lebt sie in Berlin, manchmal in London, vor allem aber im Internet. Seit 2022 ist Aida Mitglied der Jury des Deutschen Jazzpreises und jetzt auch neu in der Jury des Kathrin-Preises. Heiner-Power!

Foto: Lena Ganssmann

Dr. Bettina Bohle

Bettina Bohle ist seit März 2024 Leiterin des Jazzinstituts Darmstadt. Siestudierte Musik(wissenschaft), griechische Philologie und Philosophie in Greifswald, Glasgow, Padua und London. Bis Februar 2024 leitete sie das Umsetzungsprojekt für ein Zentrum für Jazz und Improvisierte Musik in Berlin. Die Konzeption und Organisation dieses Projekts verantwortete sie von Beginn an zu einem wesentlichen Teil mit. Nebenher war sie als freie Projektmanagerin bei der Initiative Musik tätig. Dort bereitete sie die erste Ausgabe des Deutschen Jazzpreises konzeptionell und organisatorisch vor. Sie betrieb mehrere Jahre den Jazzblog JAZZAffine mit zugehörigem wöchentlichem Newsletter. Bohle ist Lehrbeauftragte am Institut für Musik und Musikwissenschaft der Universität Hildesheim und bietet dort Kurse im Themenkreis Jazz mit Schwerpunkten in Kulturpolitik, Philosophie und Soziologie an. Seit 2019 ist Bohle zudem eine der Sprecherinnen der Bundeskonferenz Jazz und damit maßgeblich an der Erstellung des Berichts zur Situation des Jazz in Deutschland beteiligt, der 2024 erscheinen wird.

Foto: Schindelbeck

Sebastian Gramss

Der Kontrabassist Sebastian Gramss gehört zu den überraschendsten und umtriebigsten Improvisatoren in Deutschland. Sein Bassspiel, aber auch seine vielfältigen Projekte wurden vielfach mit Preisen ausgezeichnet. Bands wie Underkarl, Slowfox, Bassmasse oder seine legendären Bassduette mit anderen internationalen Kontrabasspionieren (William Parker, Barre Phillips, Stefano Scodanibbio, Tetsu Saitoh, Mark Dresser, Barry Guy oder Joëlle Léandre) revolutionieren immer auch ein Stück weit den Blick des Publikums auf den Kontrabass als improvisierendes Instrument.

Sebastian Gramss, Jahrgang 1966, gehört zu den verdientesten und vielleicht auch am häufigsten ausgezeichneter improvisierender Kontrabassisten seiner Generation in Deutschland. Neben mehreren ECHO Jazz-Auszeichnungen als Solist in der Vergangenheit, werden insbesondere seine außergewöhnlichen musikalischen Projekte öffentlich gewürdigt, etwa das Riesenensemble Bassmasse mit 50 Kontrabassisten, das mit dem WDR produzierte audio-visuelle Programm States of Play, dass 2019 auch in Darmstadt aufgeführt wurde oder sein 2022 mit dem Sonderpreis der Jury des Deutschen Jazzpreises ausgezeichnete politisch-aktivistische Projekt Hard Boiled Wonderland – Musical Resistance.

Foto: privat

Stephan Hentz

Stefan Hentz wurde 1957 in Kaiserslautern geboren und wuchs in Offenbach/Main auf. Er studierte Germanistik, Romanistik und Politik in Marburg und Hamburg. Seit 1984 lebt er in Hamburg und arbeitet seither freiberuflich für unterschiedliche Medien. Er schreibt vor allem über Kultur. Seine Texte veröffentlicht er aber auch in der ZEIT, in der Neuen Zürcher Zeitung, im Tagesspiegel und diverse Jazzmedien, sowie für den WDR und den NDR. 2015 erhielt er den Rocco-Clein-Preis für Musikjournalismus, 2019 den „Preis für deutschen Jazzjournalismus“.

Foto: folgt

Bodo Neumann-Gutzeit

Bodo Neumann-Gutzeit ist Schlagzeuger und leitet seit 2012 die Frankfurter Musikwerkstatt (FMW) in Frankfurt am Main, eine der ältesten staatlich anerkannten privaten deutschen Musikakademien mit Schwerpunkt Jazz und populäre Musik (gegründet 1984). Gleichzeitig ist er, gemeinsam mit seiner Frau Daniela Gutzeit, Gründer und Leiter von „Kreativhaus e.V.“, einer Kunst- und Musikschule mit Standorten in Mainz, Wiesbaden und Frankfurt am Main. Bodo wurde 1971 in Bochum geboren und wuchs in Gießen und Wetzlar auf. Er studierte in Gießen und Frankfurt am Main und schloss sein Studium als „Staatlich anerkannter Berufsmusiker und Instrumentalpädagoge für Jazz und Popularmusik“ an der FMW im Jahr 2001 ab. Eine der vielen anderen renommierten Absolvent:innen der FMW war 1998 übrigens die Saxophonistin Kathrin Lemke.

Foto: Lukas Diller

Theresia Philipp

Theresia Philipp ist tritt als Bestandteil der deutschen Jazzszene sowohl als Leaderin als auch als Sidewoman in Erscheinung. Sie ist außerdem als Komponistin tätig, zuletzt für die HR Big Band und dem MDR Rundfunkchor, dessen Programm den Deutschen Jazzpreis 2024 bekommen hat. Sie fällt insbesondere mit ihrer Vielseitigkeit und klanglich eindrucksvollen Projekten, u.a. Pollon with Strings auf. Neben ihren Tätigkeiten als Saxophonistin, Komponistin und Bandleaderin, die 2020 mit dem Kölner Jazzpreis und 2022 mit dem WDR Jazzpreis ausgezeichnet wurden, war sie bis 2021 auch kuratorisch und kulturpolitisch in der Kölner Jazzszene tätig und setzt sich für die Vernetzung innerhalb verschiedener Teilszenen ein. Zudem ist sie Lehrbeauftragte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, 2021/2022 auch an der Musikhochschule Mainz. 2021 war sie Artist in Residence beim Klaengfestival Köln. In ihrem musikalischen Wirken kam es u.a. zu einer Zusammenarbeit mit Pablo Held, Sunna Gunnlaugs, Pape Samory Seck, Jim Black, Lionel Loueke, Shannon Barnett, Julia Hülsmann, Jozef Dumoulin, Donny McCaslin, Charles McPherson, Dejan Terzic, John Taylor, Nils Wogram.

Foto: Cristina Marx

Edith Steyer

Edith Steyer ist Klarinettistin und Saxophonistin im Bereich der freien und experimentellen Improvisation, sowie Komponistin. Nach einem Jazzstudium und vielen Jahren Arbeit als Jazzmusikerin, begann sie sich vermehrt von den spezifischen formalen, tonalen und harmonischen Vorgaben zu verabschieden. Heute widmet sie sich der Erforschung ihrer Instrumente durch erweiterte Spieltechniken, Präparationen und dem Einsatz von Feedback. In ihren Projekten verwebt sie die Klänge der Holzblasinstrumente mit den anderen Instrumenten, arbeitet mal thematisch, mal konzeptuell und performativ. Immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Sounds und Strukturen, ist ihr oberstes Ziel, der Musik, in der Kommunikation mit den anderen Musiker*innen, Bedeutung und Intensität zu verleihen.

Mit Kathrin Lemke verband sie über viele Jahre nicht nur die gemeinsame Band „Les Femmes Futürres“, sondern auch eine Freundschaft, die nicht zuletzt von einer großen gemeinsamen Leidenschaft für den Jazz und den Free Jazz geprägt war, sowie auch – als Alto Sisters – von den Erfahrungen als Saxophonistinnen und Multiinstrumentalistinnen in der Jazzwelt. Zuletzt arbeiteten sie 2015 am Staatstheater Cottbus in einem Saxophonquartett zusammen.

Foto: Gabriele Schweer

Jeanne-Marie Varain

Jeanne-Marie Varain, *1990, seit 2021 Geschäftsführerin der Moers Kultur GmbH, die das Moers Festival ausrichtet, studierte Freie Kunst (Dipl.) in Braunschweig und Raumstrategien (MA) in Kiel. Neben der Tatsache, dass Sie die Festival-Gene in die DNA geschrieben hat, versteht sie als Musikerin die Perspektiven der Künstler*innen ebenso, wie sie die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen im von öffentlichen Geldern unterstützten Kulturbetrieb managt. Im schwarzen Kapuzenpullover beweist sie, dass die Dinge genauso professionell laufen können wie im Nadelstreifenanzug und definitiv neu gedacht werden müssen. Privat und beruflich nimmt sie gerne den spannenden, lehrreichen oder korrekten Weg, anstatt bequeme Lösungen zu wählen. Die eigene Kunst steht aktuell etwas hinter der Organisation des moers festival zurück, trotzdem beschäftigt sie stets die Frage nach der Rolle der Kunst als Begleiterin von Transformationsprozessen der Gesellschaft – die Frage kann man ja auch im Festivalkontext sich stellen und diskutieren.

Foto: Jürgen Volkmann

Louise Volkmann

Eine Trägerin oder einen Preisträger des Kathrin-Preises aus den Vorjahren wird stets in die Juryarbeit miteinbezogen. Im Corona-Jahr 2021 absolvierte die Saxophonistin und Klanggestalterin Luise Volkmann als Preisträgerin eine zweigeteilte Residenz in Darmstadt. Im April kam sie zu einer Recherchephase mit angedocktem Probenwochenende ins Jazzinstitut, wo sie dann die zweite Phase im Oktober des gleichen Jahres mit Proben und einem fulminanten Abschlusskonzert ihres Großensembles LEONEsauvage beschloss. Seit 2021 hat Lousie Volkmann als Komponistin, Musikerin, Initiatorin von Aufsehen erregenden Projekten (Été Large, Rites de Passage, Punk Projekt) verstärkt auf sich aufmerksam gemacht, mit denen sie mittlerweile in ganz Europa unterwegs ist. In den vergangenen Jahren hielt sie Gast-Lectures am Mediencampus der Hochschule Darmstadt im Fachbereich „Expanded Media“ zum Grenzbereich zwischen Philosophie, Kunst und Musik.

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